| Schloß Aulendorf stellt aufgrund seines herausragenden
und augenfälligen baugeschichtlichen Quellenwertes und des
hohen künstlerischen Ranges seiner Einzelbauten ein Kulturdenkmal
von besonderer Bedeutung dar.
Ungeachtet dessen war die Erhaltung
des Schlosskomplexes in jüngster Zeit in Frage gestellt. Eine nicht adäquate
Teilnutzung und unterlassende Bauunterhaltung führten zu
enormen Bauschäden.
Eine besondere Gefahr ging vom Hausschwamm aus, der sich innerhalb
weniger Jahre fast in allen Gebäuden ausbreitete. Teilweise
war das konstruktive Gefüge bereits so geschwächt, dass
zur Sicherung der Substanz Absprießungen erforderlich waren. In einigen
Räumen stürzten Teile der Stuckdecken zu Boden. Das
gesamte, nahezu leerstehende innere war verwahrlost. Alle Versuche,
diesem Verfall entgegenzuwirken, scheiterten an den finanziellen
Möglichkeiten des damaligen Denkmaleigentümers. Erst
der Übergang der Liegenschaft an das Land Baden-Württemberg im Jahre 1987 machte den Weg
frei für unaufschiebbare Rettungsmaßnahmen.
Da das Land keine unmittelbare Verwendungsmöglichkeit für
das Schloss sah, gründete es eigens dafür eine Auffanggesellschaft
und übertrug ihr sowohl die weitere Substanzsicherung als
auch die Suche nach einer denkmalgerechten Nutzung.
Ein adäquates Nutzungskonzept für den Schlosskomplex
Aulendorf konnte schließlich 1992 festgelegt werden. Es
gelang, die Stadtverwaltung zur Übernahme der beiden im
Kern mittelalterlichen Gebäude zu bewegen und in den Bauten
des Barock und des Frühklassizismus ein Zweigmuseum des
Württembergischen Landesmuseums einzurichten.
Ein weiteres aus dem 19. Jahrhundert stammendes Gebäude
nimmt
den neuen Sitzungssaal für den Gemeinderat auf.
Mit dieser ungewöhnlichen Rettungsmaßnahme –
nur möglich durch das große finanzielle Engagement des Landes Baden-Württemberg
– wurde der Bestand dieses bedeutenden Kulturdenkmals für
künftige Generationen gesichert.
Weitere Informationen rund um das Schlossmuseum Aulendorf erhalten sie auch unter www.schloss-museum.de
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