| Fasnet & Brauchtum |
 |
Fasnet in Aulendorf- das ist ein örtliches
Brauchtum, das seit Generationen in der Bevölkerung tief verwurzelt
ist. Rund jede(r)
Fünfte unserer erwachsenen Mitbürger/innen ist Mitglied
der Narren-zunft und circa jede(r) Sechste besitzt eine Aulendorfer
Originalmaske. |
 |
 |
| |
 |
| |
Landschaftstreffen Oberschwaben/Allgäu in der VSAN und Jubiläum "333 Jahre Narrenfreiheit in Aulendorf"
04. und 05. Februar 2012
Liebe Freunde der Aulendorfer Fasnet!
"Es ist schon überall bekannt, im ganzen Oberschwabenland, dass Aulendorf zur Fasnetszeit am närrischten ist weit und breit..." So singen wir in unserem Fasnetsschunkler und so soll es auch im Jahr 2012 wieder werden! Gründe haben wir dazu genügend!
Dürfen wir doch das Landschaftstreffen Oberschwaben/Allgäu in der Vereinigung Schwäbisch Alemannischer Narrenzünfte ausrichten und können mit "333 jahre Narrenfreiheit in Aulendorf" ein nicht gerade alltägliches Jubiläum feiern.
Zu unserer großen Freude hat mit S.E. Maximilian, Erbgraf von Königsegg-Aulendorf ein Nachfahre von Graf Antonius Eusebius, der uns 1679 Fasnet erlaubte, die Schirmherrschaft übernommen. Herzlichen Dank dafür.
Ein großes Dankeschön gilt der Stadt Aulendorf, den Sponsoren, den uns unterstützenden Vereinen, meinem Zunftrat und nicht zuletzt den vielen, ungenannten Helfern bei der Vorbereitung und Durchführung unseres Festes!
Die Narrenzunft Aulendorf freut sich auf Ihre närrischen Gäste und wünscht allen, dass sie zusammen mit den Bürgerinnen und Bürgern unseres Narrennestes ein herrliches, fröhliches Wochenende erleben.
"ha, ha, ha, jo was saischt au"
Euer
Klaus Wekenmann, Zunftmeister
|
| |
 |
| |
| Dass die ersten Siedler auf unserer Gemarkung
in der Jungsteinzeit schon Fasnet feierten ist unwahrscheinlich.
Eher könnte man dies den Römern unterstellen, die während
den ersten 2-3 Jahrhunderten unserer Zeitrechnung hier wohnten.
Die Römer wurden von den Alemannen verjagt, die später
den Franken weichen mussten. Die Welfen waren bei uns begütert.
Welf VI verkaufte an Friedrich Barbarossa und Aulendorf (damals
noch Alidorf genannt) war staufisch. Mit dem Ende von Konradin war
auch dies vorbei. Die Siedlung fiel an das Reich. Das Reich war
schwach, der Kaiser weit und kurze Zeit später tauchten in
den Urkunden die ,,Domini de Alidorf", die Herren von Aulendorf,
der Dorfadel auf. Durch friedliche Weise (Heirat) kamen 13g1 die
Edlen von Königsegg zur Herrschaft über den Ort. Sie wurden
1504 Freiherren, 1629 Grafen und jetzt kommen wir wieder zur Fasnet
in Aulendorf, denn 50 Jahre später, 1679, bewilligten die Grafen
von Königsegg ihren Lehnsleuten einen narrenfreien Tag.
|
| Sie vergonnten unseren Vorfahren, EIN
TAG VOR MITWOCHEN AN FASNACHTEN EIN FASNACHTSSPILL ZU TREIBEN. Dass
dieses Spiel gottesfürchtig sein musste und dass mit dem Tod
kein Scherz getrieben werden durfte steht auch in diesem Dekret.
Das wichtigste für uns Narren ist aber der Satz, dass geredet
und gehandelt werden durfte, ALS SEIN DIE LEHMAN GANZ UNTER SICH
IN MATERIA UND GEBREUCH. Die Redefreiheit der Narren war festgehalten
und dieses Dekret wird in Aulendorf auch noch heute - nach über
300 Jahren! - befolgt. |
| |
| Damals wie heute waren ,,Rätschen"
(beiderlei Geschlechts!) glücklich, einen Tag zu haben, an
dem sie ungestraft all das an den Mann/die Frau bringen konnten,
was man das übrige Jahr über besser nicht sagte. Die Grundlagen
für die Entwicklung unseres Maskenpaares ,,Tschore" und
Rätsch waren gelegt. Unsere Aulendorfer ,,Rätsch"
ist ein spitzzüngiges (altes?) Weib, das jahraus jahrein bekannte
und geheime Begebenheiten sammelt, in ihrem Buch notiert und an
der Fasnet austratscht. Besonders gerne hängt sie natürlich
Dinge an die große Glocke, über die der Betroffene am
liebsten hätten Gras wachsen lassen. |
| |
| Eine große Hilfe bei diesem löblichen
Tun ist der Begleiter unserer ,,Rätsch", der ,,Tschore".
Er sagt seiner ,,Rätsch" noch ein, sollte diese tatsächlich
mal was vergessen. Er sagt auch Dinge, die sich nicht mal die ,,Rätsch"
getraut. Schlichtet aber auch treuherzig, wenn seine ,,Rätsch"
zu weit gegangen ist. Eines beherzigen beide: Die Rede ist nur frei,
wenn sie nicht verletzt oder beleidigt. |
| |
Hierher gehört jetzt auch die Erklärung
des Aulendorfer Narrenrufs: "ha, ha, ha, jo was saischt
au!" Man braucht sich doch nur vorzustellen, wie ,,Tschore"
oder ,,Rätsch" eine fast unglaubliche Geschichte erzählen.
Der Zuhörer lacht und sagt dann ganz ungläubig ,,jo was
saischt au!" |
| |
| Im oberschwäbischen weit verbreitet ist die Narrenfigur
der Hexe. Unsere Aulendorfer ,,Eckhexe" hat ihren Namen von
der ältesten Wohnstraße, der Eckstraße. Die ,,Eckhexen"
haben die Aufgabe, neben dem Winter auch alles Störende, allen
Hass, während der Fasnet und möglichst auch darüber
hinaus, hinwegzufegen. Der Auftrag, den sie vom Burggrafen bei der
Maskenbeschwörung erhalten, lautet ja auch: "Fegt wie
die Windsbraut durch die Lüfte, hin und her, her und hin. Fegt
weg den kalten Winter, fegt weg all trüben Sinn!" Farbenfroh
gekleidet, mit einem Kopftuch das mit den Tierkreiszeichen bestickt
ist, gehört unsere ,,Eckhexe" weitum wohl zu den schönsten
Exemplaren der Gattung ,,Hexe". |
| |
| Als nach dem letzten Krieg wieder etwas Lebensfreude
aufkam, sich Hoffnung auf eine bessere Zukunft zeigte, da entstanden
in Aulendorf die beiden Fasnetsfiguren ,,Fetzle" und ,,Schnörkele".
Sie sind nicht nur Symbole des Frühlings, sondern auch Beweis
eines ungebrochenen Lebenswillens unserer Eltern und Großeltern.
Unser ,,Fetzle" hat einen Namen mit doppelter Bedeutung. Ein
Fetzle ist ein kleiner Fetz, ein äußerst gewitzter Spitzbube.
Fetzle heißen aber auch die vielen kleinen, farbigen Stoffstückchen,
die auf das Kostüm genäht sind. Das ,,Fetzle" ist
also eine echte Fasnetsfigur. Bescheiden von der Aufmachung her,
man verwendet Fetzle, Stoffstücke, die keinen Wert mehr haben
und Sackleinwand, vom Wesen her ein durchtriebener Spitzbube, dem
der Schalk im Nacken sitzt und dem man trotz allem Unfug nicht böse
sein kann. |
 |
Auch bei der Ortsfasnet – von Mittwoch, 15.
bis 21. Februar 2012 – gibt es keine Einschnitte,
sie kann in vollen Zügen genossen werden und wird mit kompletten
Programm durchgezogen:
Samstag, 28. - Sonntag, 29. Januar ´12
Ausstellung der Aulendorfer Kindergärten und der Narrenzunft Aulendorf. Motto:
Ritter, Knappen und Burgfräulein laden auf Burg Grafenstein, Treffp. Säulenhalle
Samstag, 28. Januar ´12
"Häsrichten", 20.00 Uhr in der Stadthalle
Samstag, 11. Februar ´12
"Zunftball" mit buntem Programm & Tanz in der Stadthalle. Motto:
"Ritter, Knappen und Burgfräulein laden auf Burg Grafenstein"
Mittwoch, 15. Februar ´12
Maskenbeschwörung am Hexeneck mit Übergabe der Amts- und Schlüsselgewalt. Anschließend buntes Treiben durch die Stadt.
Donnerstag, 16. Februar ´12
Schülerbefreiung anschließend Narrenbaumstellen am Schlossplatz, buntes Fasnetstreiben durch die Stadt, ab 14 Uhr kleiner Narrensprung.
Freitag, 17. Februar ´12
Fasnetsparty "Love&Peace and Rock&Beats " mit den "The BeatBones" und "Engels Hausband". Treffp.: Stadthalle, Einlass ab 19 Uhr
Samstag, 18. Februar ´12
Pfarrgemeindeball in der Stadthalle
Sonntag, 19. Februar ´12:
Narrenmesse und Narrensprung, zu dem sich bereits
zwölf befreundete Zünfte angemeldet haben, natürlich
dazu die Aulendorfer Ulkgruppen.
Dienstag, 21. Februar ´12:
Hemglonkeruzug, Narrenbaumfällen,
Kehraus, Maskenverbannung und Rückgabe der Amts- und Schlüsselgewalt.
|
 |
Auch nach auswärts geht die Narrenzunft häufig.
Bitte klickt
dazu auf die Homepage der Narrenzunft Aulendorf
|
| Narrenzunft Aulendorf |
| Vorstand Klaus Wekenmann |
| Schussenrieder Straße |
www.narrenzunftaulendorf.de |
|